"Ziel meiner Arbeit ist es, die Möglichkeiten der Schulmedizin durch die ganzheitlichen Ansätze der Traditionellen Chinesischen Medizin zum Wohle meiner Patienten bestmöglich und individuell zu ergänzen.“

Arztpraxis für TCM und Yang Sheng

Vor der modernen Medizin vertraute man ausschließlich auf Pflanzenheilkunde und traditionelle Therapien zur Erhaltung der Gesundheit. Eine solche Praxis führte zur Entstehung verschiedener Arten Traditioneller Medizinen. Unter diesen Traditionellen Medizinen ist die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) am außergewöhnlichsten. Auf deren Grundlage haben sich die traditionelle koreanische Medizin und die japanische Medizin entwickelt.

TCM wird in China seit über zweitausend Jahren praktiziert und wurde empirisch auf klinischer Erfahrung basierend entwickelt. Zu den TCM gehören Traditionelle Chinesische Arzneimittel (Traditionelle Chinesische Kräuter-Medizin, TCA), Akupunktur, Moxibustion und Schröpfen, therapeutische Tuina-Massage, Tai Chi, Qigong sowie chinesische Diätetik. 

In China nennt man die Traditionelle Chinesische Medizin 中医 – „Zhong Yi“. „Zhong“ bedeutet „Mitte“, „Yi“ steht für „Heilkunde“. Die „Mitte“ symbolisiert das harmonische Zusammenspiel von Körper und Geist, das Gleichgewicht zwischen Innen und Außen, Yin und Yang – ein zentrales Anliegen der TCM.

Yang Sheng (养生) – Die Kunst des Lebens und der Gesundheitspflege

Yang Sheng ist ein grundlegendes Konzept der traditionellen chinesischen Kultur, das sich als „Pflege des Lebens“ oder „Lebenskultivierung“ übersetzen lässt. Es handelt sich um eine ganzheitliche Lebensphilosophie, die darauf abzielt, die Gesundheit zu erhalten, das Wohlbefinden zu fördern und das Leben zu verlängern. Yang Sheng hat seine Wurzeln in der TCM, dem Daoismus und dem Konfuzianismus und betont die ganzheitliche Selbstfürsorge, die Körper, Geist „Shen“ und Seele „Hun“ integriert.
Die Kunst der Lebenspflege, Yang Sheng, spielt eine zentrale Rolle in der Präventivmedizin. Ihr Ziel ist es, ein langes Leben zu führen und dabei Gesundheit, Vitalität und Lebensqualität zu bewahren. Die Ansätze orientieren sich an zentralen TCM Prinzipien und verbinden Methoden wie Akupunktur, Kräuterrezeptur und ergänzende Verfahren in ganzheitliche Gesundheitsprogramme.


Yang Sheng wird zunehmend auch in westlichen Kontexten anerkannt, insbesondere im Bereich Wellness und Gesundheitsvorsorge. Es findet oft Anwendung in Kombination mit modernen Ansätzen der Präventivmedizin und Gesundheitsförderung. Yang Sheng hat sich zu einem vielseitigen Ansatz für ganzheitliches Wohlbefinden entwickelt, der sowohl in China als auch international immer mehr Anhänger findet. Die traditionellen Prinzipien werden an moderne Lebensweisen angepasst. Sie nehmen Bezug auf Ernährung, Wohnen, Sport, Hobby, Meditation, Achtsamkeit etc.


Die Ernährung orientiert sich an der individuellen Konstitution, dem Rhythmus der Natur und stärkt den Organismus durch saisonale, typgerechte Nahrungsmittel und unterstützende Kräuter. 


Im Zentrum steht die Pflege des Qi – der Lebensenergie – durch achtsame Bewegung, bewusste Atmung und meditative Praktiken. Regelmäßige Bewegung und körperliche Aktivität sind entscheidend, um die Qi-Zirkulation zu fördern, die Stärke zu erhalten und Stagnation zu vermeiden. Praktiken wie Tai Chi und Qigong sind häufige Bestandteile von Yang Sheng-Routinen. Sie sind besonders beliebt für Stressabbau, Förderung der Flexibilität und Balance sowie die Verbesserung der Konzentration und des inneren Friedens. 


Emotionales Wohlbefinden ist ein zentraler Bestandteil von Yang Sheng. In der TCM besteht eine enge Wechselwirkung zwischen Emotionen und den Organen: So belasten etwa Wut und anhaltender Stress die Leber, während Grübeln und übermäßiges Nachdenken die Milz schwächen. Yang Sheng umfasst Lebensweisen und Übungen, die dabei unterstützen, Stress abzubauen, emotionale Ausgeglichenheit zu stärken und innere Ruhe zu entwickeln – etwa durch Meditation, achtsames Atmen oder das Pflegen nährender Beziehungen.

Die Akupunktur

Die Praxis der Akupunktur und Moxibustion ist ein wichtiger Bestandteil der TCM. In den letzten Jahrzehnten wurden in vielen Studien Untersuchungen zum Mechanismus der Akupunktur durchgeführt. Diese zeigten, dass Akupunktur Auswirkungen auf die Regulierung der Funktionen physiologischer Systeme hat und die Fähigkeit des Körpers zur Abwehr von Krankheiten erhöhen kann.


Traditionell beschreibt die Akupunktur ein System zur Regulation des »Qi«, der Lebensenergie, die entlang definierter Leitbahnen durch den Körper fließt. Die Akupunkturnadeln werden so gesetzt, dass sowohl am Einstichort als auch über zentrale Mechanismen ein De-Qi-Gefühl entsteht. Das Empfinden des De-Qi gilt als Zeichen für die regulierende Wirkung der Behandlung. Es äußert sich in einem besonderen Gefühl, das darauf hinweist, dass Blockaden spürbar gelöst werden und der Energiefluss nachhaltig harmonisiert wird.


Bei empfindlichen Patienten kann die japanische Akupunktur eingesetzt werden. Die japanische Akupunktur entwickelte sich aus denselben Wurzeln (TCM). Die Nadeln sind extrem fein, der Einstich oberflächlich und nahezu schmerzlos.

Traditionelle Chinesische Arzneimittel (TCA) 
und Kampo (漢方)-Medizin

Traditionelle Chinesische Arzneimittel (Traditionelle Chinesische Kräuter-Medizin, TCA) werden in der TCM als Hauptmittel zur Vorbeugung und Behandlung von Krankheiten und zur Erhaltung der Gesundheit verwendet. Chinesische Heilkräuter sind die wichtigsten Mittel zur inneren Behandlung. Chinesen wenden sich auch heute noch der chinesischen Medizin zu, wenn sie eine Alternative suchen. Traditionelle Praktiken wie die chinesische Diätetik und die Anwendung von Arzneirezepturen für verschiedene Lebensphasen werden nach wie vor praktiziert, z.B. für die Pubertät, das Wochenbett, die Schwangerschaft oder das Alter.
Die Theorie der chinesischen Arzneimitteleigenschaften ist ein grundlegender Teil der TCM. Deren Anwendung basiert auf der Pharmakologie chinesischer Arzneimittel und wird seit Tausenden von Jahren praktiziert. Die am häufigsten verwendeten Bestandteile in TCA sind Pflanzen. Jeder Kategorie von Krankheitsbildern sind spezifische Rezepturen zugeordnet.
Auch in Japan sind eigenständige Entwicklungen und Ausprägungen der ursprünglich chinesischen Lehre entstanden. 漢方 (Kampo) bezeichnet die japanische Form der TCA-Rezeptur, deren Wurzeln in der chinesischen Medizin liegen und die seit über tausend Jahren gepflegt wird. Aus der chinesischen Medizin hervorgegangen fand sie in Japan ihre eigene Gestalt, geprägt durch schlichtere Rezepturen und die Konzentration auf wenige ausgewählte Kräuter.


Die Rezepturen werden individuell nach dem Diagnose-/Syndrom-Muster verschrieben und berücksichtigen nicht nur das Krankheitsbild, sondern auch individuelle Aspekte, um eine optimale Rezeptur zu gewährleisten.


Die Qualität der TCA hat einen direkten Einfluss auf ihre Sicherheit und Wirksamkeit. Nahrungsergänzungsmittel und pflanzliche Produkte sind derzeit beliebt und können rezeptfrei erworben werden. Sogar fertige TCA-Produkte sind nach chinesischer Rezeptur rezeptfrei zur Selbstmedikation erhältlich, somit aber auch nicht auf den jeweiligen Patienten abgestimmt. Eine solche Selbstmedikation birgt daher Risiken wie falsche Diagnosen, falsche Dosierungen, unerwünschte Wechselwirkungen und sogar Suchtgefahren. Im Internet erworbene TCA-Produkte sind darüber hinaus nicht selten verfälscht, verunreinigt und falsch identifiziert. Auch wenn Kräuter als sicher gelten, können sie bei unsachgemäßer Verwendung negative Auswirkungen haben.

Die Behandlung

Die Wahl der Therapieansätze basiert auf Diagnostiken im Rahmen der TCM-Theorie und richtet sich nach Syndrom-Mustern. Sie umfassen Akupunktur, Kräuter-Rezeptur (TCA/Kampo), Ernährungsberatung (Diätetik) sowie Qi-Gong- und Tai-chi-Übungen, die ich in der Regel kombiniert anwende. Jede Behandlung in der TCM beginnt mit einer ausführlichen Erstanamnese. Sie umfasst die systematische Erhebung früherer und aktueller gesundheitlicher Beschwerden und bildet die Grundlage für eine individuell abgestimmte Therapie.

Die Diagnostik der TCM basiert auf Sinneswahrnehmungen und richtet den Blick weniger auf anatomische Strukturen als auf funktionale Zeichen des Körpers. Dazu zählen Zungenbefund, Puls, Gesichtsausdruck, Hautbild, Gangbild, Urin- und Stuhlbeschaffenheit sowie Informationen zu Lebensstil, Krankengeschichte und sozialem Umfeld. 


Zum Abschluss der Behandlung erhalten die Patientinnen und Patienten kleinere Aufgaben für zu Hause. Diese zielen auf eine Veränderung der Lebensgewohnheiten im Sinne von Yang Sheng (Lebenspflege) und/oder auf eine individuelle Anpassung der inneren Haltung. Falls Sie keine Nadeln oder Akupunktur wünschen, können selbstverständlich auch andere Behandlungsformen wie Schröpfen, Kräutertherapie, Ernährungsberatung sowie Tai Chi oder Qi Gong gewählt werden.

Weitere Therapieansätze in der TCM

Taiji und Qi Gong ist eine Geist-Körper-Therapie. Mit tiefer Atmung und anmutigen Bewegungen verbessert es Gleichgewicht, Kraft, Flexibilität, Herz-Kreislauf- und Atmungsfunktion. Die körperliche Komponente bietet Übungen, die den Empfehlungen für Bewegungsfreiheit (Bewegungsumfang, Flexibilität, Muskelkonditionierung) entsprechen, während die geistige Komponente das Potenzial hat, das psychische Wohlbefinden und die Wahrnehmung von Gesundheit zu steigern.

TCM-Ernährung ist eine alte Disziplin, die Nahrung verwendet, um Gleichgewicht und Harmonie im Körper zu erreichen. Im Vergleich zur modernen Ernährung basiert die TCM-Diätetik auf den chinesischen Syndrom-Mustern.

Termine nach telefonischer Vereinbarung

Tel. 0173 80 99 204

Bitte beachten Sie, dass sich die Leistungen meiner Praxis an Privatpatienten und Selbstzahler richten.

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